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Elektrische ­Premiere ­am BER

E-Flugzeug macht Station in Berlin

Veröffentlicht: 21. Juli 2026, 12:00 Uhr

Am Dienstag, den 21. Juli, landet erstmals während des regulären Flughafenbetriebs ein vollelektrisches Flugzeug am Flughafen Berlin Brandenburg. Pilot Uwe Nortmann ist mit der zweisitzigen Maschine vom Typ „Elektra Trainer“ durch Europa unterwegs. Insgesamt möchte er 5.600 Kilometer elektrisch zurücklegen und damit einen Rekord aufstellen. Begrüßt wurde der E-Flieger von der Vorsitzenden der Geschäftsführung, Aletta von Massenbach, und dem Nachhaltigkeitsmanagement des Flughafens. Die Reise begann am 2. Juli in Memmingen. Von dort führte die Route über Dänemark, Schweden, Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen bis nach Berlin. Noch am Dienstag setzt das Flugzeug seine Reise vom BER in Richtung Süddeutschland fort.

Zwei Sitze und rund 300 Kilometer Reichweite

Der vollelektrische „Elektra Trainer“ bietet Platz für zwei Personen. Nach Angaben des Herstellers verfügt das Ultraleichtflugzeug über eine Reichweite von rund 300 Kilometern und kann bis zu zweieinhalb Stunden in der Luft bleiben.

Die übliche Fluggeschwindigkeit liegt bei etwa 120 Kilometern pro Stunde. Maximal erreicht die Maschine rund 170 Kilometer pro Stunde. 

Elektrisch angetriebene Flugzeuge sind deutlich leiser als Flugzeuge mit konventionellem Antrieb. Nach Angaben des Herstellers liegt die Lautstärke des „Elektra Trainers“ bei weniger als 50 Dezibel und ist damit etwa mit einem mäßigen Regenschauer vergleichbar. Während des Fluges entstehen keine CO₂-Emissionen.

Abfertigung mit bestehender Infrastruktur

Für die Abfertigung des kleinen E-Flugzeugs gelten am BER grundsätzlich die gleichen Prozesse wie bei größeren Flugzeugen. Besondere Ladeinfrastruktur ist für diesen Flugzeugtyp nicht erforderlich.

Die Maschine kann über eine herkömmliche 16-A-Steckdose geladen werden. Entsprechende Anschlüsse stehen am BER bereits zur Verfügung. 

CO₂-frei bereitgestellter Strom

Auch der zum Laden des E-Flugzeugs verwendete Strom wird am BER CO₂-frei bereitgestellt.

Der deutsche Strommix weist einen regenerativen Anteil von mehr als 50 Prozent auf. Der nicht regenerative Anteil wird am BER über Herkunftsnachweise des Umweltbundesamtes gedeckt.

Zusätzlich speisen vier Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 2,5 Megawattpeak in das Netz der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH ein. Weitere Photovoltaikanlagen befinden sich in Planung und Umsetzung. 

Elektrisches Fliegen in der Praxis

Der Besuch von Uwe Nortmann und seinem „Elektra Trainer“ ist zunächst ein Einzelereignis. Die Landung zeigt anschaulich, wie elektrische Kleinflugzeuge bereits heute betrieben und mit bestehender Flughafeninfrastruktur abgefertigt werden können.

Mit einem breiteren Einsatz serienmäßig produzierter E-Flugzeuge wird Anfang der 2030er Jahre gerechnet. Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH beschäftigt sich daher bereits mit den langfristig erforderlichen Lade- und Abfertigungsstrukturen.

Noch am Dienstag verlässt der „Elektra Trainer“ den BER wieder und setzt seine Reise in Richtung Süddeutschland fort.

Die auf dieser Seite veröffentlichten Informationen entsprechen dem Stand des Veröffentlichungs- bzw. Aktualisierungsdatums.